
In einem knappen Jahr von keiner Ahnung zum Gallery Shot im Blackout? Klingt nicht schlecht, oder? Ist auch so passiert… Wie es dazu kam, erklärt euch der aus Chur stammende Piero Good am besten gleich selbst. Wir haben ihn gebeten das letzte Jahr in ein paar Sätzen nieder zu schreiben.
Früher habe ich immer mit einer billigen Digicam von meinen Eltern vor allem Stimmungs- und Naturaufnahmen und später auch Skatefotos geschossen. Irgendwann wollte ich einfach eine besser Qualität der Fotos erreichen und so sparte ich lange für meine Canon EOS 400D. Ich konnte sie mir Ende 2007 kaufen. Im folgenden Jahr versuchte ich, so viele Fotos wie möglich aus diesen Motivebereichen zu machen. Im November am Skatetschääm traf ich ja dich und wir redeten über die Skateboardfotografie. Ab da an interessierte mich dieses Gebiet immer mehr, unter anderem weil du einige meiner Fotos kommentiert, kritisiert und Verbesserungsvorschläge genannt hast. Zu diesem Zeitpunkt musste man sich bei uns in der Schule für das Maturaarbeitsthema entscheiden. Da dachte ich, dass ich Skateboarding, Fotografie und Maturaarbeit verbinden könnte. Also versuchte ich ein gescheites Konzept zu schreiben, um damit einen Lehrer zur Betreuung zu überreden, was mir dann auch gelang. Von diesem Augenblick an versuche ich ständig bessere Fotos zu schiessen, in dem ich meine Fotos weiterhin von dir und dem SCEW-Forum kritisieren lasse und mich auch sonst mehr mit dem Thema Skateboardfotografie beschäftige.
Piero’s Bilder wurden in der Tat immer besser und interessanterweise hat er sich auch nicht gescheut mal einen Film einzulegen und so ein wenig dazu zu lernen: Im Rahmen meiner Maturaarbeit arbeitete ich auch an einem Nebenprojekt das ich “Analoges Experiment” nannte. Ich setzte mich auch mal mit der analogen Fotografie auseinander. Ich versuchte einige Bilder einmal digital und einmal analog mit denselben Einstellungen zu schiessen, um diese später dann zu vergleichen. Mein Fazit dieses Experimentes ist folgendes: Klarer Nachteil bei der analogen Fotografie ist die Einmaligkeit, d.h. bis das Resultat sichtbar wird haben sich Verhältnisse verändert und verunmöglichen eine Korrektur. Im Ergebnis jedoch sind die analogen Bilder viel komplexer: mehr Details sind erkennbar und sie wirken authentischer. Darum werde ich dieses Experiment bei einem solchen belassen, sondern weiterhin analoge Fotos zu schiessen.

Wie ihr weiter oben lesen konntet, hat Piero ja seine Matura Arbeit zum Thema Skateboard Fotografie gemacht. Darin finden sich ein paar nützliche Tips für, die es auch mal mit einem Fotoapparat aufnehmen wollen… Folgende Punkte sind zu beachten.
Scharf: Das Motiv soll immer scharf sein, also keine Bewegungsunschärfe. Das bedeutet, dass man entweder mit einer sehr kurzen Verschlusszeit oder mit Blitzen arbeiten soll. Bei der hohen Verschlusszeit, muss es genug hell sein. Um einen Trick richtig zu fokussieren um auch so alles scharf zu haben, ist es am einfachsten, wenn sich der Skater an dem Punkt, an dem er den Trick macht hinstellt, man ihn scharf fokussiert und dann auf manuellen Fokus umstellt. Nachher bleibt der gewünschte Punkt scharf. Man muss jedoch darauf achten, dass man die eigene Position nicht verändert, da dann auch die fokussierte Stelle an einem anderen Ort ist.
Umgebung nutzen: Bevor man ein Bild macht, sollte man sich zuerst die Umgebung rund um den Spot anschauen, und versuchen eine schöne Komposition zu finden und nicht einfach nur den Skater zentriert ins Bild zu packen. Falls interessante oder schöne Architektur vorhanden ist, sollte man diese Nutzen und so den Skater als Teil der Gegend fotografieren. Man sollte auch versuchen, normale Perspektiven zu vermeiden. Versuche aussergewöhnliche Ansichten zu finden. Wenn die Umgebung es zulässt, klettere z.B. auf eine Erhöhung und fotografiere von da.
Bildausschnitt: Schneide nie ein Körperteil vom Skater ab, er soll immer ganz drauf sein. Die An- und Ausfahrt sowie der gesamte für den Trick relevante Spot sollten auch auf dem Bildausschnitt zu sehen sein. Man sollte in der Regel so genannte „Ass-shots“ vermeiden; also immer versuchen so zu fotografieren, dass das Gesicht des Skaters zu sehen ist.
Blitze: Fotos, die mit einem internen oder Aufsteckblitz gemacht wurden, wirken meist langweilig und nicht dynamisch. Also sollte man mit Blitzen seitlich oder sogar gegenüber der Kamera arbeiten, falls die Blitzarbeit überhaupt nötig ist. Wenn man ein Bild bei vorhandenem Licht (Available Light, AL) schiesst, sollte man darauf, dass alle wichtigen Stellen am Skater, wie z.B. das Gesicht hell sind. Wenn also solche Bereiche unbelichtet sind, sollte man auf einen Blitzeinsatz zurückgreifen.

Die Fotos könnten eigentlich genau so gut ein kleines Check Out vom Damiano Churschellas sein. Ollie, Fakie Backside Nosegrind und Backside Flip tragen alle seine Handschrift und das © von Piero Good. Weitere Bilder von ihm findet ihr auf seinem Blog…